Sunset-Cup 2009 in Recklinghausen

 

Auch in diesem Jahr hat der Sunset-Cup in Recklinghausen stattgefunden.

Es war wieder sehr windig wie im letzten Jahr, aber es sind dennoch sieben Teilnehmer angetreten.

 

Hier wie in jedem Jahr meine Geschichte dazu.

Ich ging dieses Jahr ganz locker an den Sunset-Cup. Das alte Modell wurde am Samstagnachmittag aus der Kiste geholt und die Akkus geladen. Ich fliege wirklich nur auf dem Wettbewerb mit diesem Modell und verpacke es anschließend immer in eine Pappelsperrholzkiste, die hier zu sehen ist. Der Empfängerakku wurde vorsichtshalber gewechselt gegen einen schon am Vortag geladenen Eneloop Vierzeller. Ich wollte mit der gleichen Ausrüstung fliegen wie im Jahr zuvor, also mit dem 1550mAh Akku der 66g wiegt. Da es den ganzen Tag über schon so windig war, habe ich auch noch den 2300mAh Akku geladen aber dann doch nicht geflogen. Da mein Sender seit dem letzten Sommer zwei Knüppelschalter hat, wurden diese noch in dem Modellmenü aktiviert für den Motor auf dem linken Knüppel mit einem Dreiwegeschalter und für das zuschalten des Seitenruders zu den Querrudern der rechte Schalter. Der Motor-Dreiwegeschalter hat in der mittleren Stellung 80% der Motorleistung, die dann über einen dazu geschalteten Schieberegler bis auf 50% reduziert werden kann. Ich mache von dieser Regelung der Motorleistung immer gebrauch und fliege meist mit reduzierter Leistung. Vollgas in der vorderen Stellung des Schalters wird meist nur in den ersten Minuten geschaltet.

Um 18.00Uhr ging es dann nach Recklinghausen, da der Wettbewerb erst um 20.00Uhr stattfinden sollte. Gegen 19.00Uhr waren dann alle Teilnehmer da, auch Gerhard Cadina aus Wiesbaden hatte sich auf den Weg gemacht. Im RC-Network-Forum hatte er sich bezüglich einer neuen Auslegung und insbesondere zur Luftschraube beraten lassen. Er hat sehr kompetente Hilfe erhalten und ich sah meine eigene Auslegung durch die Beiträge bestätigt. Gerhard flog wieder seinen besonders leicht gebauten Sharon, diesmal mit Tango Motor und 3,4:1 Getriebe von Reisenauer mit einer 23"x12 Freudenthaler Luftschraube. Günter Becker kam wieder mit der AVA und Klaus Maiwald mit dem bewährten alten Modell das von Ulrich Mumme stammte. Um 19.55Uhr stand ich mit meinem Modell auf dem Platz um einen letzten Check vorzunehmen. Als ich den Motor einschaltete, fiel nach ein paar Umdrehungen die Luftschraube mit dem Spinner von der Motorwelle. Ich habe wohl ziemlich verdutzt geguckt! Markus Soik hat so kurz vor dem Wettbewerbsbeginn sofort erkannt, dass ich in den verbleibenden 2-3 Minuten den Antrieb nicht wieder montiert bekomme und hat die Startzeit auf 20.15Uhr verschoben. Das war sehr nett und wurde auch von den anderen Teilnehmern getragen. Die Kameradschaft ist schon sehr gut bei diesem Sunset-fliegen. Ich bekam sofort Hilfe in Form von Innensechskantschlüsseln und der Frage ob ich sonst noch Hilfe brauche. Recht vielen Dank auch hierfür an dieser Stelle! Nach kurzer Zeit war der Mitnehmer mit Spinner und Luftschraube wieder montiert und festgezogen. Ich hatte dies seit ein paar Jahren nicht mehr getan und der Antrieb hatte somit schon ein paar Stunden Motorlaufzeit hinter sich. Dass sich im laufe der Zeit da etwas lockern kann ist verständlich.

Da ich sehr schnell wieder startklar war, startete Markus noch vor 20.15Uhr den Wettbewerb und sechs Modelle gingen in die Höhe. Sechs, wir waren doch zu siebend! Gerhard Cadina kam in der Startphase vom Toilettenhäuschen angelaufen. Er hätte den Start fast verpasst, startete aber sofort hinterher, da sein Modell bereits startbereit gehalten wurde.

Also etwas Hektik zu Beginn. Der Wind war wie gesagt sehr stark, zumindest für mein Modell, so dass nur Standflug möglich war. Steigen war zunächst nur bis ca. 50m möglich. Mein Modell kam zu Beginn der AVA von Günter Becker sehr nahe wie eines der Bilder belegt, es ist aber nicht zu einer Berührung gekommen. Nach 20 Minuten wurde der Wind etwas schwächer und ich konnte auf ca. 200m Höhe steigen und kam auch ein ganzes Stück nach vorne. Jetzt schaltete ich den Motor ab und wollte die leichte Thermik, die zu dem überraschenden Steigen geführt hat, nutzen, ohne mit der bremsenden Luftschraube auf Minimallast zu fliegen. Die Luftschraube legte sich jedoch nicht an und drehte im Luftstrom im Leerlauf weiter, also den Motor wieder an. Das hatte ich doch vor zwei Jahren auch schon gehabt. Der Regler hat anscheinend wieder in den Programmiermodus geschaltet und ich hatte keine EMK-Bremse. Mit einer Motorlaufzeit von ca. 40 Minuten, je nach Vollgasanteil auch weniger, war jetzt also schon klar, dass die 60 Minuten wieder nicht zu erreichen waren. Ich habe noch nie die volle Flugzeit erreicht, das muss anders werden. Nach 37 Minuten war es dann soweit, dass das Modell mit dem Motor auf Volllast sank und ich eine Kurve zum Platzende fliegen musste. Kurz vor mir landete auch Klaus Maiwald, der die gleichen Probleme mit dem Wind hatte. Klaus hatte einen noch extremeren Akku gewählt, der nur 47g auf die Waage brachte. Ohne diesen Wind wäre unsere Rechnung aufgegangen. So gewann Günter Becker vor Gerhard Cadina. Ich wurde noch dritter und das hätte ich nicht mehr erwartet, da ja seit zwei Jahren die Flugzeit zum Quadrat in die Punkterechnung eingeht, aber mit 34,92 hatte ich den höchsten Faktor und der brachte mir die Punkte.

Nach der Siegerehrung standen wir noch einige Zeit am Verpflegungszelt bei Bratwurst und Bier, das die ersten und Klaus gespendet haben. Es war ein schöner unterhaltsamer Abend!

Bis zum nächsten Jahr!

 

Hier noch ein paar Bilder, die Siggi März geschossen hat (Ich habe noch nicht so gute Aufnahmen von meinem Modell gehabt, danke dafür!):

 

Beim Start
Mein Modell beim vielleicht letzten mal im Wettbewerbseinsatz
Kurz nach der Freigabe der Modelle

Von links nach rechts:

Das Modell von Klaus Maiwald, der Sharon von Klaus-Dieter Sohn und die AVA von Günter Becker

Fast berührt, oder hat nur das Teleobjektiv beide Modelle so nahe beisammen gesehen?
Beim Gruppenfoto hatte ich mein Modell schon auseinandergebaut und verstaut, ich bin ja schon früh gelandet und hatte bis zur Siegerehrung viel Zeit.
 

 

Hier die Ergebnisliste 2009: 

Wie schon im letzten Jahr, wurde wie folgt gewertet:

Punktezahl = (Flugzeit ) x (Faktor aus : Startgewicht : Gewicht des Antriebsakkus)

  
Platz Name Flugzeit Gesamtgewicht g Akkugewicht g Faktor Punkte
1 Becker, Günter 60' 00 2256 109 20,70 74510
2 Cadina, Gerhard 60' 00 2772 164 16,90 60849
3 Baron, Christian 37' 26 2305 66 34,92 48938
4 Keineke, Marc 54' 26 2946 191 15,42 45701
5 Maiwald, Klaus 37' 10 1525 47 32,45 44821
6 Sohn, Klaus-Dieter 60' 00 2874 240 11,98 43110
7 Kirch, Manfred 15' 48 1282 92 13,93 3479

 

In der folgenden Tabelle zusammengefaßt meine Wettbewerbsteilnahmen beim Sunset-Wettbewerb in Recklinghausen mit einigen Daten:

Jahr Modell Flugzeit Gesamtgewicht Akkugewicht Faktor Punkte meine Platzierungen Sieger
1997 CB45 25' 33 2020 442 4,57 7006 21 Mumme, Ulrich
1998 CB45 41' 25 2080 442 4,7 11680 10 Coenen, Norbert
1999 CB45 20' 03 1850 264 7,1 8560 14 Mumme, Ulrich
2000 CB47 0 2202 264 8,34 0 keine Wertung Mumme, Ulrich
2001 CB47 33' 50 2220 264 8,4 17070 5 Lai, Erwin
2002 CB47 27' 36 2202 264 8,34 13813 4 Becker, Günter
2003 CB47 55' 10 2124 230 9,2 30567 2 Maiwald, Klaus
2004 CB47 43' 43 2230 234 9,5 24997 4 Maiwald, Klaus
2005 CB47/58 46' 11 2098 70,7 29,7 82229 1 ja ich, das erste mal! 
2006 CB47/58/62 - 2400 100 25 - Abgesagt, Dauerregen! -
2007 RE CB47/58/62 52' 2304 89 25,89 70007 2 Maiwald, Klaus
2007 Haltern CB47/58/62 56' 16 2304 66 34,91 110520 2 Maiwald, Klaus
2008 CB47/58/62 31' 2277 66 34,5 33155 6 Becker Günter/Maiwald, Klaus
2009 CB47/58/62 37' 26 2305 66 34,92 48938 3 Becker Günter

Wir sehen uns 2010 wieder in Recklinghausen!